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Trade Republic Rendite berechnen: So liest du die Prozentzahl richtig

Die Prozentzahl in der Trade-Republic-App sieht eindeutig aus. Bei mehreren Einzahlungen ist sie es nicht. Hier erfährst du, welche Kennzahl deine tatsächliche Performance zeigt und wie du sie aus deinem CSV-Export berechnest.

Von Marc Finnern, veröffentlicht am 25.09.2026

Warum die Prozentzahl in der App wenig aussagt

Trade Republic zeigt im Depot eine einfache Kursentwicklung: aktueller Wert im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Solange du einmal investiert und danach nichts nachgelegt hast, passt das. Kaufst du über Monate oder Jahre regelmäßig nach, etwa per Sparplan, verzerrt die Zahl das Bild deutlich.

Der Grund: In der einfachen Rechnung zählt eine Einzahlung von letzter Woche genauso viel wie eine von vor drei Jahren, obwohl das frische Geld kaum Zeit hatte, sich zu entwickeln. Wer viel Kapital kurz vor einem Kursanstieg eingezahlt hat, sieht eine geschönte Prozentzahl. Wer kurz vor einem Rücksetzer eingezahlt hat, sieht eine, die schlechter aussieht, als die eigene Anlageentscheidung tatsächlich war.

Für einen fairen Vergleich, etwa mit einem ETF oder mit deiner Rendite aus einem anderen Jahr, brauchst du eine Kennzahl, die den Zeitpunkt jeder Ein- und Auszahlung berücksichtigt. Etabliert sind dafür zwei Verfahren: der interne Zinsfuß (IZF) und die zeitgewichtete Rendite (TTWROR).

IZF verständlich erklärt

Der interne Zinsfuß, englisch XIRR, ist der konstante Jahreszins, mit dem du bei denselben Ein- und Auszahlungen zu denselben Zeitpunkten genau auf deinen heutigen Depotwert gekommen wärst. Jede Zahlung geht mit ihrem eigenen Datum in die Rechnung ein, nicht bloß mit ihrem Betrag.

Ein Beispiel: Du zahlst zu Jahresbeginn 5.000 Euro ein und ein halbes Jahr später noch einmal 5.000 Euro. Am Jahresende ist dein Depot 10.600 Euro wert. Die einfache Rechnung sagt, aus 10.000 Euro wurden 10.600 Euro, also plus 6 Prozent. Der IZF berücksichtigt, dass die zweite Rate nur ein halbes Jahr arbeiten konnte. Weil dieselbe Wertsteigerung mit weniger investierter Zeit zustande kam, weist er einen höheren effektiven Jahreszins aus.

Trade Checker berechnet den IZF numerisch mit dem Newton-Raphson-Verfahren, geprüft gegen Microsofts eigenes XIRR-Referenzbeispiel. Eine Formel musst du also nicht selbst lösen, die Zeitpunkte kommen direkt aus deinem Trade-Republic-Export.

TTWROR und wann du welche Kennzahl nimmst

Die zeitgewichtete Rendite (TTWROR, Time-Weighted Rate of Return) rechnet den Effekt von Ein- und Auszahlungen bewusst heraus. Sie misst nur, wie sich das bereits investierte Geld zwischen zwei Kapitalbewegungen entwickelt hat. Dafür wird der Zeitraum an jeder Kapitalbewegung in Teilstücke zerlegt, jedes Teilstück einzeln berechnet und die Ergebnisse miteinander verkettet.

Deshalb lässt sich die TTWROR direkt mit einem Index oder ETF vergleichen: Beide hängen nicht davon ab, wann und wie viel du eingezahlt hast. Der IZF beantwortet die persönlichere Frage, wie gut deine Kauf- und Verkaufsentscheidungen zu deinen Zeitpunkten tatsächlich waren, gutes oder schlechtes Timing eingeschlossen.

Faustregel: Willst du wissen, ob sich dein persönliches Investieren gelohnt hat, schau auf den IZF. Willst du deine Strategie unabhängig vom Einzahlrhythmus mit einem Fonds oder ETF vergleichen, nimm die TTWROR.

Vergleich mit einem MSCI-World-ETF

Eine Rendite sagt wenig, solange du nicht weißt, wie die naheliegende Alternative abgeschnitten hätte: passiv in einen breiten Aktienindex zu investieren. Trade Checker steckt dafür dieselben Cashflows wie in deinem echten Depot, also dieselben Beträge zu denselben Zeitpunkten, in einen iShares Core MSCI World UCITS ETF (EUR).

So siehst du direkt, ob deine Einzelaktien, dein Sparplan oder dein Trading über denselben Zeitraum besser oder schlechter liefen als das bloße Halten eines Welt-ETFs. Der Vergleich ist fair, weil dein Einzahlverhalten gleich bleibt und sich nur die Anlageentscheidung ändert.

Rendite-Zerlegung in ihre Bestandteile

Eine einzelne Prozentzahl verrät nicht, woraus sie besteht. Trade Checker zerlegt deine Gesamtrendite in den Kursgewinn der offenen Positionen, realisierte Gewinne aus Verkäufen nach dem FIFO-Prinzip, erhaltene Dividenden sowie gezahlte Gebühren und Steuern.

Zur Kontrolle muss Depotwert plus Cash-Saldo minus eingesetztes Kapital am Ende der Summe der Einzelposten entsprechen. Du siehst also auf einen Blick, ob dein Ergebnis vor allem aus Kursgewinnen stammt, wie viel die Dividenden beitragen und wie viel Gebühren und Steuern davon wieder wegnehmen.

So bekommst du deine Rendite aus dem CSV-Export

Den Transaktionsexport als CSV gibt es seit April 2026 direkt in der Trade-Republic-App. Du lädst ihn unverändert bei Trade Checker hoch, die Datei wird automatisch erkannt. IZF, TTWROR, MSCI-World-Vergleich und Rendite-Zerlegung entstehen ohne weitere Eingaben, kostenlos und ohne Abo.

Wer mit Portfolio Performance arbeitet, kennt IZF und TTWROR vielleicht schon aus der mächtigen, aber einarbeitungsintensiven Desktop-Software. Trade Checker liefert dieselben Kennzahlen im Browser, ohne Installation.

Häufige Fragen

Warum zeigen Trade Republic und Trade Checker unterschiedliche Renditen?

Trade Republic zeigt die einfache Kursentwicklung auf dein eingesetztes Kapital und lässt außer Acht, wann du eingezahlt hast. Trade Checker berechnet zusätzlich IZF und TTWROR, die Ein- und Auszahlungen zeitlich richtig gewichten.

Welche Kennzahl eignet sich für den Vergleich mit einem ETF?

Die TTWROR. Sie rechnet den Effekt deiner Einzahlungszeitpunkte heraus und ist damit direkt mit einer Index- oder ETF-Rendite vergleichbar.

Brauche ich für die Rendite-Berechnung den PDF-Kontoauszug?

Nein. Seit April 2026 genügt der CSV-Transaktionsexport aus der Trade-Republic-App, den du unverändert bei Trade Checker hochlädst.

Quellen

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